Warum den Monitor kalibrieren?

Haben Sie sich schon einmal geärgert, dass die Abzüge Ihrer Fotos anders, als gewollt, aussehen. Ihr Fotobuch viel zu dunkel gedruckt wurde. Ursache ist meist nicht der Fotodienstleister, sondern eine falsche Einstellung des eigenen Monitors und eine entsprechend falsche Korrektur der Aufnahmen. Dann sollten Sie Ihren Monitor kalibrieren. Das klingt komplizierter als es ist, im folgenden Beitrag werden Möglichkeiten, von der einfachen bis zur professionellen Kalibrierung vorgestellt. Viele Monitore sind werksseitig zu hell eingestellt, damit sie im Verkaufsraum brillanter wirken. Bei Laptops und Notebooks ist meistens ein Blaustich festzustellen.

Sollte man seine Bilder selbst nur am Bildschirm betrachten und werden die Fotos nicht bearbeitet, ist das kein großes Problem. Sobald man aber seine Aufnahmen korrigiert um sie nachher auf einem anderen Medium auszugeben, führt ein falsch eingestellter Monitor zwangsläufig zu nicht optimalen Ergebnissen. Ist der Bildschirm – wie häufig – zu hell eingestellt, werden die Aufnahmen auf anderen Ausgabegeräten deutlich dunkler wiedergegeben und die Enttäuschung ist vorprogrammiert.

Als Einsteiger, der die Ausgabe für ein Messgerät scheut, können Sie auf die Windows eigene Kalibrierung zurückgreifen.

Klicken Sie auf die Schaltfläche "Start" und anschließend auf Systemsteuerung klicken. Geben Sie im Suchfeld den Text „Bildschirm kalibrieren“ ein, und klicken Sie anschließend auf „Bildschirmfarbe kalibrieren“.

graustufen

Hier ein erster Test, bei diesem Graukeil sollten Sie jeweils das vorletzte Feld noch erkennen können.

Des Weiteren kann man als erste Näherung auch Kalibrierungsbilder nutzen. Diese bietet der Photoindustrie-Verband unter dem Namen DQ-Tool zum kostenlosen Download an.
Einige wenige Fotodienstleister haben Testbilder in ihre Software integriert oder stellen diese auf ihrer Website bereit. Natürlich sollte ein Abzug von diesem Dienstleister vorliegen. Im Sichtvergleich regelt man dann die Einstellungen des Monitors so lange, bis beide Bilder möglichst gut übereinstimmen. Bitte beachten Sie, dass ein Bild am Monitor von hinten beleuchtet ist, es wird also immer etwas anders aussehen wie das gedruckte oder ausbelichtete Foto oder Fotobuch. Dieser manuelle Prozess ist deutlich mühsamer und natürlich weniger akkurat als die Messung mit einem spezialisierten Gerät und entsprechender Software, aber ein erster Schritt und besser als überhaupt keine Einstellung.

Um ganz sicher zu gehen und um Probleme zu vermeiden, hilft ein als "Kolorimeter" bezeichnetes Gerät, das die Wiedergabe des Monitors misst und auf bessere Werte einstellt. Der Prozess wird allgemein auch „Kalibrierung“ genannt. Ein solches Gerät kann man mit der dazugehörigen Software für unter 100 Euro kaufen. Dieses sollte für den Anfang reichen, den nach oben reicht die Preisspanne bis zu knapp 1.000 Euro, für Profigeräte.

Wer die Möglichkeit hat sich ein Kalorimeter auszuleihen sollte beachten, dass sich die Monitordarstellung mit der Zeit verändert und besonders vor der Erstellung des nächsten Fotobuches, sollte der Bildschirm nachkalibriert werden sollte. Die Bedienung ist recht einfach: Die zugehörige Software wird installiert und führt einen Schritt für Schritt durch den Prozess. Das Kalorimeter wird an den USB-Port angeschlossen und über den Bildschirm gehängt. Es misst dann selbsttätig die verschiedenen Farben durch. Wie man sieht ist dies sehr einfach. Allerdings sollte man folgende Tipps beachten:

Empfohlene Werte für die Kalibrierung des Monitors:
(Diese können in einigen Softwareversionen eingestellt werden)

Weißpunkt: D65 oder 6500K

Gamma: 2.2 oder L*, falls angeboten

Luminanz, Monitorhelligkeit: 90 - 120 cd/m2, Laptop-Monitore 90 cd/m2

Vor der Kalibrierung sollte der Bildschirm schon mindestens eine halbe Stunde laufen, damit er definitiv seine endgültige Farbwiedergabe erreicht hat.

Monitor und Messgerät sollten gereinigt sein, denn eine mehr oder weniger dicke Staubschicht auf der Bildschirmoberfläche kann sonst zu falschen Messergebnissen führen.

Der Monitor sollte auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.

Die Kalibrierung sollte unter den Lichtverhältnissen stattfinden, unter denen typischerweise gearbeitet wird.

Der Monitor sollte nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Sonst ist eine realistische Bildbeurteilung kaum möglich. Professionelle Grafiker arbeiten mit genormten Kunstlicht und Sichtblenden am Monitor, um zu jeder Zeit eine möglichst neutrale Betrachtungssituation sicherzustellen.

Manchmal muss man sich nach der Kalibrierung erst einmal an die neue, neutralere Einstellung des Monitors gewöhnen. Im Nachhinein sollte man auf keinen Fall die Einstellungen des Monitors verändern, sondern einfach abwarten. In der Regel gewöhnt man sich sehr schnell an das bessere Bild. Belohnt wird man mit Abzügen und Ausdrucken, die wesentlich mehr der Darstellung am Bildschirm entsprechen. Vor allem für alle, die ihre Aufnahmen bearbeiten, ist die Kalibrierung Pflicht.

 

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